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SocialAttac-Gesundheit

Wir sind die Inhaltsgruppe von Attac zum Thema Gesundheit und Gesundheitsversorgung.

Globalisierung macht krank. Uns, die Menschen in so genannten industrialisierten Staaten genauso wie jene in ärmeren Ländern. Die Globalisierung ist aber auch Ursache für die Probleme unserer Gesundheitssysteme. Doch eine gesündere Welt ist möglich.

Die Gruppe beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Globalisierung auf die Gesundheit der Menschen und auf die Gesundheitssysteme. Wir suchen solidarische Lösungen. Wir sind: Im Gesundheitswesen Arbeitende, WissenschaftlerInnen sowie interessierte Kranke und Gesunde.

Was haben die Dritten Zähne aus Ungarn, die Niere aus Asien, die Pflegekräfte aus Polen, fehlende Aids-Medikamente in Afrika, die Privatisierung der Wasserversorgung in Brasilien mit der Zwei-Klassen-Medizin, der Privatisierung von Spitälern und dem Spardruck in unserem Gesundheitssystem gemeinsam? Globalisierung macht krank.

Armut, Arbeitsdruck und Prekarisierung führen zu einer wachsenden Zahl von Erkrankungen. Gleichzeitig führen der internationale Wettbewerb, der Druck der Wirtschaft und die Liberalisierung von Handel und Finanzmärkten zu einer Reduktion der öffentlichen Ausgaben in Europa – auch jener für Gesundheit. In ärmeren Ländern behindern die gleichen Mechanismen überhaupt erst den Aufbau von sozialen Gesundheitssystemen. Weil es sich die Menschen dort nicht leisten können, fehlen die hygienischen Voraussetzungen, die medizinischen Strukturen und nicht zuletzt lebensnotwendige Medikamente.

SocialAttac-Gesundheit will die Zusammenhänge aufzeigen und einen Überblick ermöglichen. Wir beschäftigen uns unter anderem mit:

+ der Liberalisierung des Gesundheitswesens,

+ der Privatisierung von Spitälern und Gesundheitseinrichtungen,

+ der Globalisierung der Gesundheitsversorgung selbst (Stichwort Organhandel, Gesundheitstourismus),

+ den globalen Auswirkungen von Pharma- und Medizintechnikpatenten,

+ den stark zunehmenden psychischen Erkrankungen und:

+ wir fordern globale solidarische Lösungen und beziehen zu aktuellen politischen Themen Stellung.


Nächstes Treffen von SocialAttac-Gesundheit am 17.2.:

SocialAttac-Gesundheit – Es geht weiter!

Liebe Leute!

Am Mittwoch, 17. Februar 2010, findet das erste Gesundheits-Attac-Treffen im Jahr 2010 statt. - Zeit: 19 Uhr - Ort: KIV-Club, 1020 Wien, Odeongasse 1 (Eingang um die Ecke in der Große Mohrengasse – Öffis: U1 – Station Nestroyplatz, Ausgang Rotensterngasse)

Wir wollen einerseits über Gesundheit und Globalisierung reden und andrerseits Aktionen und Themen für heuer besprechen. Wir laden Euch herzlich zu unserem Treffen ein und freuen uns auf eine gute ergiebige Diskussion!

Bis dann. Schöne Grüße,

Martin, Markus und Claudia, SocialAttac-Gesundheit

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Buch-Neuerscheinung "Zukunft Gesundheit" von Martin Rümmele und Andreas Feiertag (August 2009)

Gesundheitswesen hat kranken Menschen zu helfen und nicht kranken Banken

Presseaussendung 2.9.09: Attac warnt vor Krisensanierung auf Kosten sozial Schwacher

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac warnt aus aktuellem Anlass davor, dass die Sanierung der Banken und Finanzeinrichtungen sowie angeschlagener Unternehmen nicht auf Kosten der Allgemeinheit passieren darf. Anlass sind die jüngsten Aussagen von Finanzminister Josef Pröll, Nationalbank-Chef Ewald Nowotny und Wifo-Chef Karl Aiginger, die nun ausgabenseitige Sanierungen und Strukturreformen in den Bereichen Schule, Gesundheit, Pensionen und Verwaltung einfordern.

Martin Rümmele, Gesundheitsexperte von Attac-Österreich: „Natürlich gibt es in diesen Bereichen Reformbedarf etwa durch mehr Transparenz und eine Vereinfachung von Strukturen – etwa zwischen niedergelassenem Bereich und Krankenhäuser. Es darf aber unter keinen Umständen passieren, dass etwa bei Bildung und Gesundheit gespart wird, um das Bankenpaket nachträglich zu finanzieren. Die durch Reformen freiwerdenden Mittel müssen auch wieder für Bildung und Gesundheitsversorgung zur Verfügung stehen. Während die Banken zinslose Milliardendarlehen bekommen, zahlen die Krankenkassen Millionen an Zinsen für Bankkredite, mit denen sie ihre Verluste finanziert haben. Im Gegensatz zu den Banken bekommen die Kassen nämlich bisher so gut wie keine Staatshilfen. Das Gesundheitswesen hat kranken Menschen zu helfen und nicht kranken Banken und kranken Unternehmen.“

Zusätzlich brauche es Gelder für gesundheitsfördernde Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Armutsbekämpfung, Umweltschutz sowie bessere Angebote für pflegebedürftige Menschen, sagt der Attac-Experte, dessen eben erschienenes Buch „Zukunft Gesundheit – so retten wir unser soziales System“ in eben diesen Bereichen ein Umdenken einfordert.„Es zeigt sich, dass die Warnungen von Attac und vielen NGOs und nicht zuletzt von tausenden Menschen, die am 28. März unter dem Titel „Wir zahlen nicht für eure Krise“ in Wien und vielen anderen Städten protestierten gerechtfertigt waren“.

Rümmele bekräftigt die Attac-Forderung nach einer Vermögenssteuer zur Finanzierung der Krisenkosten. Diese solle die Reichsten 10% der Bevölkerung betreffen. Eine durchschnittliche Besteuerung aller Privatvermögen mit einem Prozent - bei hohen Freibeträgen fürs Eigenheim - würde rund sechs Milliarden Euro einspielen: „Trotz steigender Gewinne und Spitzengehälter hat die Steuerleistung der Vermögenden in den letzten Jahren anteilsmäßig ständig abgenommen. Nun müssen auch sie einen Beitrag leisten“.

Buch-Neuerscheinung:
Martin Rümmele, Andreas Feiertag, „Zukunft Gesundheit - So retten wir unser soziales System“
Verlag Orac, ISBN 978-3-7015-0519-7, 192 Seiten, Euro 19,90.-