„Wir wollen das erprobte und bewährte solidarische Gesundheitssystem erhalten und verbessern. Eine hochstehende medizinische Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von Einkommen, ist vorrangiges Ziel. Wir lehnen eine Zwei-Klassen-Medizin ab.“
aus dem Regierungsprogramm ÖVP/FPÖ, Pkt. 10, Februar 2000
Ja, bitte!
Tatsächlich prägen aber Schlagworte wie „Zwei-Klassen-Medizin“, „Selbstverantwortung“, „Unfinanzierbarkeit von Krankenkassen und Spitzenmedizin“ und „Kostenexplosion“ die aktuelle Gesundheitsdebatte.
Dabei ist unser Gesundheitswesen nicht zu teuer. Seit 1975 ist der Anteil der Ausgaben an der Wirtschaftsleistung fast gleich geblieben. Gesundheit ist also bezahlbar. Unser Land wird reicher und kann sich deshalb mehr Gesundheit leisten. Dennoch wird uns unentwegt eingeredet, es muss gespart werden.
Leistungskürzungen und Selbstbehalte sind keine Antwort. Sie belasten arbeitende Menschen, die das System über Lohnabgaben finanzieren, zusätzlich. Das Gesundheitswesen ist unsolidarisch finanziert. Während LohnempfängerInnen stark belastet sind, tragen die steigenden Kapitaleinkommen und Vermögen nichts zur Finanzierung bei.
Von einem solidarischen Gesundheitssystem kann so immer weniger die Rede sein. Dabei sind dessen Aufgaben der Schutz vor den (oft enormen finanziellen) Folgen von Krankheit sowie der gerechte Ausgleich zwischen Gesunden und Kranken, Jungen und Alten, Reichen und Armen, Männern und Frauen, Familien und Singles sowie Arbeitenden und jenen, die ohne Beschäftigung sind.
Der freie Zugang zur Gesundheitsversorgung und der Schutz der Gesundheit sind Menschenrechte !


